Jan. 2026

Mein Sankalpa 2026: Erfüllte Ganzheit in liebevoller Verbundenheit

Sankalpa 2026. Atem. Ayurveda. Tantra.

Dieses neue Jahr fühlt sich für mich nicht nach „mehr erreichen“ an, sondern nach tiefer Ausrichtung. Mein Atem ist stabiler denn je, Ayurveda hat mich geerdet, Tantra hat mir eine Sprache für Ganzheit und Verbundenheit geschenkt – und all das bündelt sich in einem Satz: Erfüllte Ganzheit in liebevoller Verbundenheit.

Es ist früh. Nicht spektakulär früh – eher dieses leise Früh, an dem der Tag noch nicht an mir zupft. Ich tappe in die Küche, stelle das Wasser auf und warte auf dieses leise Blubbern, das mir sagt: Dein Tag beginnt jetzt – aber du musst noch gar nichts.
Kein großes Morgenritual, keine perfekte Praxis. Nur ich, mein heißes Wasser und dieser eine Moment, in dem ich noch nicht funktioniere, sondern einfach da bin. Und genau da kommt er zu mir – nicht als Gedanke, den ich mir ausdenke, sondern wie ein Erinnern aus meinem Inneren:
Erfüllte Ganzheit in liebevoller Verbundenheit.

Wie mein Sankalpa zu mir kam

Mein Weg zu diesem Sankalpa hat nicht am Schreibtisch begonnen, sondern in den Rauhnächten – in diesen Zwischenräumen, in denen das neue Jahr noch leise ist und das alte nachklingt.

Schon in den Rauhnächten 2024/2025 habe ich mir einen sehr klaren Wunsch aufgeschrieben: gesund, energievoll, mit freier Atmung und stabiler Lunge zu sein.

Als ich diesen Wunsch Anfang 2026 wieder gelesen habe, hatte ich Gänsehaut, weil mir bewusst wurde: Es ist wahr geworden. Nicht perfekt, aber tief. Mein Atem ist stabiler als je zuvor, mein Nervensystem ruhiger, mein Vertrauen in meinen Körper gewachsen.

In der Rauhnachtsreise 2025/2026, in der so liebevoll und tief meine liebe Kollegin Martina Osthoff  den Raum gehalten hat, ging es dann für mich nicht mehr um Ziele im Außen. Mein 13. Wunsch hat sich leiser angefühlt:

Ich bin glücklich und dankbar, dass meine Geduld mir Räume für Spiritualität öffnet, mich erdet, wachsen lässt. Dass ich klar bin und meine innere Wahrheit kenne.“

Dieser Wunsch war keine To-do-Liste, sondern eine Einladung, mich liebevoll um das zu kümmern, was wirklich zählt.

Erfüllte Ganzheit – was das für mich bedeutet

Ganzheit ist für mich mehr als körperliche Gesundheit. Im Yoga sprechen wir von den Pancha Koshas – den verschiedenen Hüllen oder Ebenen unseres Seins: Körper, Atem und Energie, Geist, Intuition und die tiefe innere Freude. Ganzheit bedeutet für mich, alle diese Ebenen wahrzunehmen und zu nähren, statt mich nur über Leistung, Körper oder Denken zu definieren.

2025 habe ich das sehr konkret erfahren. Mein Weg zur Atemfreiheit war kein Sprint: Infekte, Lungenentzündungen, Asthma, ein Zusammenbruch in Buenos Aires, ein Jahr Stillstand – und dann Schritt für Schritt zurück zu einem stabileren Atem mit Buteyko, Yoga und Ayurveda. Als ich dann merkte, dass mein Körper Infekte besser reguliert, ich Medikamente loslassen konnte und mich insgesamt geerdeter fühlte, war das für mich ein Erleben von Ganzheit auf mehreren Ebenen – nicht nur in den Atemwegen, sondern im ganzen Sein.

Ganzheit heißt für mich auch: Ich muss mich nicht in „funktionierende“ und „störende“ Teile aufspalten. Ich darf müde sein und trotzdem ganz, zweifelnd und trotzdem ganz, suchend und trotzdem ganz. All diese Ebenen gehören dazu – sie machen mich vollständig, nicht fehlerhaft.

Sankalpa – klare Intention mit Strahlkraft

Mein Sankalpa ist nicht nur ein schöner Satz, den man sich aufschreibt. Es ist eine Ausrichtung, die eine Strahlkraft hat, die über mich hinausgeht – hinein ins Gewebe des Lebens.

Im tantrischen Verständnis ist das Leben ein Tanz der Göttin Shakti: ewige Bewegung, Wandel, Spanda – dieses feine Pulsieren von Ausdehnung und Rückzug, Verbinden und Loslassen. Und wie jede Shakti-Bewegung ist sie untrennbar mit Shiva verbunden – dem reinen Bewusstsein, der stillen, weiten Präsenz, in der sich all diese Bewegungen zeigen dürfen. Shakti ist der Tanz, Shiva ist der Raum dafür.

Ganz konkret bedeutet das für mich: Shakti ist all das, was ich tagtäglich lebe – meine Emotionen, mein Lachen, meine Tränen, meine Arbeit mit Atem und Yoga, mein Engagement für meine Klientinnen, meine Kreativität, meine Entscheidungen. Shiva ist die innere Weite, aus der heraus ich all das beobachten, halten und bewusst gestalten kann – der Moment, in dem ich innehalte, atme und spüre: Da ist etwas in mir, das still bleibt, auch wenn im Außen viel in Bewegung ist.

Wenn ich mein Sankalpa spreche, verbinde ich beides: das lebendige Pulsieren meines Lebens und die stille, klare Ausrichtung meines Bewusstseins. Es erinnert mich daran, dass ich mich immer wieder neu in diesen Rhythmus einklinken darf: ganz da sein, verbunden sein, loslassen.

Liebevolle Verbundenheit – persönlich, spirituell und gewebt

Liebevolle Verbundenheit hat für mich einen sehr persönlichen Aspekt: Sie beginnt in meinem Körper, in meinem Ich-sein-dürfen. Ich bin verbunden mit meinem Atem, meinem Herzschlag, meiner Intuition. Ich bin eingeladen, meine eigene Bestimmung – mein Dharma – zu leben, anstatt in fremden Erwartungen zu verharren.

Gleichzeitig ist da die universelle, tantrische Dimension: Jeder Mensch ist ein Faden im großen Gewebe des Lebens. Ich wünsche mir, mit meinem Faden bewusst eingewoben zu sein – verbunden mit anderen, mit der Natur, mit meinem Umfeld. Ich möchte mit meinem Sein einen Beitrag leisten, der die Welt ein kleines bisschen heller, liebevoller, bewusster macht. Nicht groß und heroisch, sondern still, konsequent, im Alltag. In Harmonie mit der Welt, meinem Umfeld und der Natur.

Zu dieser Verbundenheit gehören für mich auch meine Lehrer:innen, deren Fäden sich mit meinem verknüpft haben: meine Tantra-Lehrerin Diana Sans, meine Ayurveda- und Pranayama-Lehrerin Dr. Nadine Webering, mein Buteyko-Mentor Dr. Ralph Skuban, meine Pränatal- und Postnatal-Yogalehrerinnen Dr. Rieke Hermann und Katharina Charisée mit ihrem Wissen um den Beckenboden. Ihre Erfahrungen, ihr Wissen, ihre Liebe fließen in mein Wirken ein – und durch mich weiter zu meinen Schwangeren, jungen Mamas und Atemklientinnen.

Da ist auch die Verbundenheit zu meiner Kollegin Martina Osthoff, mit der ich mich alle zwei Wochen zum Co-Working treffe. Ihr feiner, spiritueller Faden, ihre Fragen, ihr Zuhören – all das unterstützt mich, meine eigenen Antworten zu finden. Und da sind meine Familie, mein Liebster, meine Töchter, Enkelkinder, Freund:innen – ihre Umarmungen, ihr Lachen, ihr Dasein sind für mich gelebte liebevolle Verbindung.

In Begegnungen darf ich mich fragen: Nährt es oder leert es mein Herz? Was ich mich ebenso für andere Aktivitäten fragen kann wie Scrollen in Social Media, Serien-Marathons, lange Bildschirmtätigkeit oder auch bei Fast Food. Dann darf ich in mich hineinlauschen, was mein Herz und mein Körper dazu sagen. Komme ich da in eine liebevolle Verbindung zu mir, meinem Inneren oder mit anderen?

Diana fasst es so schön zusammen: Wir sind die Vielfalt in der Einheit und die Einheit unter der Vielfalt. Diese Worte sind für mich ein innerer Kompass für Verbundenheit.

Erfüllung und Fülle – Purna im Alltag

„Erfüllt“ ist für mich kein Wort für eine To-do-Liste, die endlich komplett ist. Im Tantra ist Purna ein Wort für Fülle, Ganzheit, Vollkommenheit.

Das bekannte Mantra „Purnamadah“ erinnert mich daran, dass wir von Fülle umgeben sind und selbst Teil dieser Fülle sind – auch wenn unser Verstand oft zuerst den Mangel sieht. Wie oft sehen wir das Glas halbleer statt halbvoll.

Das Mantra sagt sinngemäß: Aus der Fülle entsteht Fülle. Fülle bleibt Fülle. Selbst wenn wir etwas von der Fülle wegnehmen, bleibt Fülle.

Das ist für mich ein tiefer Trost: Wir sind Teil einer unerschöpflichen Fülle im Gewebe des Kosmos, vollständig und ganz – selbst dann, wenn es uns gerade nicht gut geht, wenn wir krank sind, zweifeln oder uns verloren fühlen.

Der Blick in die Natur erinnert mich daran: Fülle ist überall – im Wechsel der Jahreszeiten, in einem Baum, der gleichzeitig alte Blätter loslässt und neue Knospen anlegt, im Sternenhimmel über Neuseeland, im vielstimmigen Rauschen einer Menschenmenge. Und ich bin ein Teil davon. Lernen, diese Fülle wieder wahrzunehmen, bedeutet für mich: erfüllt zu sein, statt immer nur auf das zu schauen, was fehlt. Dazu möchte ich in liebevoller Verbundenheit meinen Beitrag leisten – durch meinen Atem, meine Arbeit, meine Präsenz.

Wie ich mein Sankalpa lebe – ganz unspektakulär

Mein Sankalpa hängt nicht als Vision-Board über dem Schreibtisch. Auch wenn ich am Sonntag mit der lieben Tina mein Vision-Board für dieses Jahr erstelle. Es lebt in den kleinen Momenten. In den Sekunden, in denen ich merke, dass mein Kopf drei Schritte voraus ist – und ich bewusst zurückkomme zum Jetzt.

Es ist da, wenn ich merke, dass ich mich härter machen will, um etwas zu schaffen – und mich stattdessen entscheide, weicher zu werden, damit das Leben wieder durch mich fließen kann. Es ist da, wenn ich denke, auf Social Media sichtbar sein zu „müssen“, aber mich innerlich daran erinnere, dass meine Aufgabe nicht Perfektion ist, sondern Echtheit und Verbundenheit – mit mir und mit denen, die meine Worte lesen.

Oft beginnt es ganz schlicht in der Küche: Füße am Boden. Ein sanfter Atemzug. Die Erinnerung: Ich bin schon ganz. Ich bin schon verbunden. Erfüllung ist kein späteres Ziel, sondern ein Zustand, den ich im Moment berühren kann – auch zwischen Wasserkocher und ayurvedischem Porridge.

Deine Einladung

Wenn du magst, nimm dir morgen früh einen kleinen Moment, genau da, wo dein Alltag sowieso stattfindet – in der Küche, im Bad, im Flur, bevor du die Tür öffnest. Stell dich hin, spür den Boden, atme zwei-, dreimal ruhig durch die Nase und lass einen Satz in dir auftauchen, der sich nicht „gut anhört“, sondern wahr anfühlt. Das darf dein Sankalpa (oder Intension, Motto). sein.

Du musst es nicht perfekt formulieren, nicht optimieren, nicht veröffentlichen. Vielleicht ist es eher ein inneres Erinnern als ein Vorsatz. Dein Herz weiß mehr, als dein Kopf glaubt. Alles, was du suchst, ist schon da – in dir. Und vielleicht spürst du dabei auch: Du bist ein Faden im großen Gewebe. Verbunden. Getragen. Ganz.

Und jetzt bin ich neugierig auf dich:
Was ist deine Intention oder dein Motto für dieses Jahr?
Wenn du magst, schreib es mir – per Mail, Nachricht oder Kommentar. Ich freue mich von Herzen, deine Worte zu lesen und deinen Faden im Gewebe des Lebens ein Stück weit mitzuhalten.

Atementspannte Grüße

deine Jutta

Jutta im Yogaraum mit Anjali Mudra

Feedback

  • Liebe Jutta,

    deine Gedanken und Worte zu deinem Motto sprechen mich ganz direkt an. Besonders die Verbindung von Ganzheit, Verbundenheit und Loslassen. Ich sein dürfen. Und weicher werden statt härter.

    Die Vorstellung der 5 Pancha Koshas finde ich auch interessant. Da lese ich gleich mal weiter.

    Danke dir und viele liebe Grüße
    Paula

    • Wie schön, dass meine Gedanken und mein Sankalpa dich anspricht. Gerade gestern habe ich mit einer lieben Kollegin darüber gesprochen, dass wir zwar nicht wirklich etwas ausrichten können, was aktuell in der Weltpolitik geschieht. Aber wir können mit unserem Strahlen und unserem Licht die kleine Welt um uns herum ein wenig mehr zum Leuchten bringen.
      Dazu trage ich sehr gerne bei – wie du im Artikel liest, meinen Faden im großen Gewebe des Lebens in liebevolle Verbindung mit dir und anderen zu bringen.
      Sei herzlich gegrüßt
      Jutta 🌬 💚

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