Apr. 2026

Panchakarma am Mittelmeer: Wie mich 10 Tage in Port Salvi erneuert haben

Panchakarma in Port Salvi März 2026

Ich bin zurück. 10 Tage Panchakarma Kur in Port Salvi, nördlich von Barcelona auf Klippen an der Mittelmeerküste – und ich fühle mich, als hätte ich einen Reset-Knopf gedrückt.

Als Asthmatikerin mache ich meine Panchakarma Kur nicht als Luxus-Auszeit. Ich mache sie, weil mein Körper sie braucht. Vor allem nach dem Winter, wenn sich Kapha angesammelt hat, die Atemwege belastet sind und ich merke: Da hat sich einiges festgesetzt, was raus muss. Schleim, Erschöpfung, die Reste der Winter- und Infektzeit. Auch wenn ich diesen Winter nicht einen Infekt hatte - Danke an meinen Körper.

Dieses Mal hat mich die Kur an einen Ort geführt, der mich vom ersten Moment an berührt hat: Port Salvi – ein kleines Ayurveda Resort direkt am Mittelmeer, eingebettet zwischen Felsen und einem subtropischen Garten. Draußen tobte an vielen Tagen bei strahlendem Sonnenschein der Sturm, drinnen arbeiteten die Therapeuten mit ihren heilenden Händen. Die fünf Elemente – Wasser, Erde, Feuer, Luft und Äther – konnte ich hier jeden Tag hautnah spüren.

In diesem Erfahrungsbericht nehme ich dich mit in meinen Alltag während meiner Panchakarma Kur: von der Arzt-Konsultation über die ayurvedischen Behandlungen und die Ernährung bis hin zu dem, was diese Tage mit meinen Atemwegen und meinem Asthma gemacht haben. Und ich teile mit dir, was ich daraus für meinen Alltag zwischen Arbeit, Coaching und einem vollen Kalender mitgenommen habe.

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Warum ich meine Panchakarma Kur im Frühling mache

Der Winter ist im Ayurveda die Kapha-Zeit. Kalt, feucht, schwer – und genau so fühlt sich der Körper nach Monaten in geheizten Räumen oft auch an. Kapha hat sich angesammelt: in den Nebenhöhlen, in den Bronchien, im ganzen Gewebe. Vielleicht kennst du das Gefühl, dass im Frühling plötzlich die Nase läuft, der Schleim sich löst und du dich trotz der ersten warmen Sonnenstrahlen noch müde und schwer fühlst? Das ist kein Zufall. Dein Körper will loslassen, was sich über den Winter festgesetzt hat.

Platanen San Feliu de Guixols

Genau deshalb ist das Frühjahr im Ayurveda die beste Zeit für eine Reinigungskur. Die Natur macht es uns vor: Alles erwacht, die Tage werden länger, die Energie steigt.

 

(hier: Platanen auf der Rambla in San Feliu de Guixols)

Das wärmere Frühlingswetter unterstützt die Durchblutung und den Stoffwechsel, wodurch Kapha leichter abgebaut wird. Dein Verdauungsfeuer – Agni – kommt wieder in Schwung.

Frühling ist Reinigungszeit – nicht nur im Ayurveda

Spannend ist: Dieses Wissen ist nicht nur eine ayurvedische Tradition. Auch in unserem westlichen Kulturkreis reinigen wir uns seit Jahrhunderten im Frühling. Die christliche Fastenzeit vor Ostern fällt genau in diese Phase. Frühjahrsputz – nicht nur für die Wohnung, sondern auch für den Körper. Traditionelle Fastenkuren, Bärlauch-Kuren, Brennnesseltee, Heilfasten nach Buchinger – all das passiert im Frühling. Und zwar aus dem gleichen Grund: Der Körper will nach der schweren, dunklen Winterzeit loslassen und sich erneuern.

Im Ayurveda heißt es Panchakarma. In der europäischen Naturheilkunde heißt es Frühjahrskur. Die Idee dahinter ist die gleiche: den Körper von Ballast befreien, den Stoffwechsel anregen und gestärkt in die warme Jahreszeit starten. Das Wissen über den richtigen Zeitpunkt für Reinigung steckt also in uns allen – egal ob Ost oder West.

Was das für mich als Asthmatikerin bedeutet

Für mich hat die Frühlings-Kur noch eine ganz persönliche Bedeutung. Meine Atemwege sind nach dem Winter besonders belastet. Auch wenn ich diesen Winter keinen einzigen Infekt hatte – wofür ich meinem Körper sehr dankbar bin – merke ich trotzdem: Die Schleimhäute sind gereizt, die Bronchien enger, der Atem nicht so frei wie im Sommer. Das kennen viele Frauen mit Asthma oder chronischen Atemproblemen.

Meine Panchakarma Kur ist deshalb kein netter Wellness-Urlaub, sondern gezielte Prävention. Ich reinige meinen Körper von Ama – den Stoffwechselrückständen, die sich über Monate angesammelt haben. Ich stärke mein Agni, bringe meine Doshas wieder ins Gleichgewicht und gebe meinen Atemwegen den Raum, den sie brauchen. So halte ich mein Asthma in Schach – nicht mit mehr Medikamenten, sondern mit dem, was mein Körper wirklich braucht.

Gerade wenn du als berufstätige Mutter zwischen Job, Kindern und Haushalt kaum Luft hast – und ich meine das wortwörtlich – kann eine Panchakarma Kur der Reset sein, den dein Körper braucht. Nicht irgendwann. Jetzt. Im Frühling.

Port Salvi – wo die fünf Elemente auf dich warten

Das Ayurveda Resort Port Salvi liegt an der Costa Brava, nördlich von Barcelona, auf einer Felsklippe direkt über dem Mittelmeer.

Steilküste hinter dem Ayurveda Resort

Der Name bedeutet „der rettende Hafen“ – und genau so hat es sich für mich angefühlt. Ein Ort, an dem du ankommst und sofort spürst: Hier darf ich loslassen.

Ich habe mir am Flughafen Barcelona ein Auto gemietet, um selbst nach Port Salvi zu fahren, weil ich dachte, ich könnte zwischendurch kleine Ausflüge machen. Gleich am ersten Tag wurde mir klar: Das Auto bleibt stehen. Denn die wichtigste Empfehlung war, dem Körper Ruhe zu gönnen. Keine Ausflüge, keine Ablenkung. Nur die Kur, der Garten, das Meer, die nahe Umgebung – und ich.

Mein Zimmer hatte einen Balkon über dem subtropischen Garten mit Blick aufs Meer.

Entspannen auf Balkon Quadrat

Saftige grüne Pflanzen, Frühlingsblumen in voller Pracht, Pinien und Palmen – und dahinter das endlose Blau des Mittelmeers.
In diesem Moment wusste ich:
Hier bin ich richtig.

Die fünf Elemente hautnah erleben

Im Ayurveda setzt sich das gesamte Universum aus den fünf Elementen zusammen: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther (Raum). Sie prägen die Natur, unseren Körper und unsere Doshas. In Port Salvi konnte ich alle fünf Elemente jeden Tag mit allen Sinnen erleben – und das hat die Wirkung der Kur für mich nochmal verstärkt.

Erde – der üppige subtropische Garten, die Felsen an der Küste, der feste Boden unter meinen Füßen beim täglichen Spaziergang. Erdung pur.

Küste und tiefblaues Wasser

Wasser – das Mittelmeer direkt vor meinem Fenster. Jeden Morgen beim Aufwachen zu hören, wie das Wasser gegen die Felsen brandet und dieses endlose Blau, wenn ich aus den großen Terrassentüren schaute. Und einmal habe ich sogar die Füße reingehalten – aber ehrlich: Das war richtig kalt, die Füße haben mir ganz schnell wehgetan.

Sonnenaufgang auf Balkon

Feuer – die Sonne, die tagüber bereits wunderbar gewärmt hat und morgens und abends den Himmel in die wunderschönsten und kitschigsten roten Schattierungen getaucht hat. Und natürlich Agni, das Verdauungsfeuer, das während der Kur wieder entfacht wird.

Luft – und davon gab es reichlich! Es war extrem stürmisch während meiner Kur (was nicht typisch für diese Jahreszeit ist). Der Wind hat gepeitscht, die Wellen hochgeworfen – und gleichzeitig die Luft so klar und frisch gemacht, wie ich es selten erlebt habe. Für meine Atemwege ein Geschenk.

Äther (Raum) – wenn du auf dem Balkon stehst und auf den Horizont schaust, diese Endlosigkeit ohne Begrenzung, dann spürst du Raum. Raum im Außen und Raum im Innen. Genau das, was eine Panchakarma Kur macht: Raum schaffen, damit der Körper sich reinigen kann.

Rückzug und Stille – mein digitaler Detox

Ich habe ganz bewusst keinen Fernseher geschaut, keine Nachrichten gehört. Fast kein Social Media – nur ab und zu habe ich Eindrücke in meinen Storys geteilt – und kaum E-Mails. Einfach im Hier und Jetzt sein und so wenig Eindrücke von außen wie möglich zulassen.

Abends bin ich oft um neun oder bereits halb neun ins Bett gegangen. Und weißt du was? Morgens war ich wach, bevor der Wecker geklingelt hat. Ganz von alleine. Nach ein paar Tagen habe ich den Wecker gar nicht mehr gestellt, um pünktlich um 7:00 Uhr zum Yoga zu gehen. Mein Körper hat sich seinen natürlichen Rhythmus zurückgeholt – und das war ein so schönes Gefühl.

Alleine zu sein war dabei kein bisschen einsam. Im Gegenteil: Ich konnte immer wieder zu mir zurückfinden, mich zwischendurch hinlegen, nachspüren. Die Stille war nicht leer – sie war voll von dem, was die Behandlungen in mir ausgelöst haben.

Die Arzt-Konsultation & mein individueller Kur-Plan

Am ersten Morgen in Port Salvi stand die ärztliche Eingangsuntersuchung an. 50 Minuten, in denen Dr. Raj, der leitende indische Ayurveda-Arzt mich richtig kennengelernt hat. Nicht nur meine Beschwerden, sondern mich als ganzen Menschen.

Das Besondere an der ayurvedischen Diagnostik: Der Arzt arbeitet mit traditionellen Methoden, die es so in der Schulmedizin nicht gibt. Per ausführlicher Pulsdiagnose, Zungendiagnose und Irisdiagnose hat er meinen Dosha-Typ bestimmt und festgestellt, wo meine Doshas aus dem Gleichgewicht geraten sind. Dabei geht es nicht in erster Linie um ein aktuelles Krankheitsbild – sondern um das Dosha-Ungleichgewicht, das eine Krankheit überhaupt erst entstehen lässt. Ein ganz anderer Ansatz als das, was wir aus der westlichen Medizin kennen.

Die Sprache war Englisch, was für mich gut funktioniert hat. Wer sich damit unsicher fühlt, kann vorab eine Simultan-Übersetzung anfragen.

Was genau bei der Eingangsuntersuchung passiert und warum sie so wichtig ist, habe ich in einem Blogartikel ausführlich beschrieben: Warum machen wir im Ayurveda eine Panchakarma Kur?.

Meine persönlichen Verordnungen – Pitta im Fokus

Nach der Untersuchung hatte ich meinen ganz individuellen Plan in der Hand – handschriftlich auf Port Salvi Briefpapier. Kein Programm von der Stange, sondern genau auf mich und meine Konstitution abgestimmt.

Hier meine Verordnungen:

Pitta-Tee – 2 Tassen zum Frühstück, um mein Pitta zu beruhigen. Dazu 2 Löffel Ghee ins morgendliche Porridge, um die innere Reinigung zu unterstützen.

Kein Gluten, kein Käse, keine rohen Salate, kein Brokkoli und kein Blumenkohl – alles Lebensmittel, die während der Kur die Verdauung belasten oder Kapha erhöhen würden.
Stattdessen Ingwertee mit lauwarmem Wasser im Verhältnis 1:2, um mein Agni sanft anzufeuern.

Täglich 60 Minuten Walking – vom Arzt verordnet, nicht optional.

 

 

(hier: der kleine Küstenweg rund um unser Ayurveda Resort)

Keine Snacks zwischen den Mahlzeiten, damit mein Verdauungsfeuer die Hauptmahlzeiten vollständig verarbeiten kann.
Langsam essen und gründlich kauen.

Detox-Tee

Nach jeder Behandlung eine Tasse Detox-Tee, damit das Gelöste sofort Richtung Magen-Darm-Trakt abtransportiert werden kann.

Und: Nicht direkt nach der Behandlung duschen – mindestens 90 Minuten warten, damit die ayurvedischen Kräuteröle tief in die Haut einwirken können.

Jutta in Sveda-Holzschrank

Zudem durfte ich täglich einmal in die Sveda-Schwitzkiste – damit nach der Ölmassage im Dampfbad die Wirkstoffe noch tiefer ins Gewebe eindringen können, um zu entgiften.

Yes, ich habe es geliebt.

Zusätzlich hat mir der Arzt zwei Nahrungsergänzungen verordnet: Triphala – morgens beim Aufwachen und abends vor dem Schlafengehen – und ein Immun-Präparat vor den Mahlzeiten. Triphala ist im Ayurveda eines der wichtigsten Rasayanas (Verjüngungsmittel) und unterstützt die Verdauung und Ausleitung.

Mein Behandlungsplan – 10 Tage, zwei Anwendungen täglich

Auf Basis der Diagnose hat der Arzt meinen Behandlungsplan für alle zehn Tage erstellt. Jeden Tag zwei ayurvedische Anwendungen – morgens und nachmittags. Was genau an welchem Tag dran war, stand auf meinem persönlichen Kur-Plan, den ich gleich am ersten Tag bekommen habe.

Die Bandbreite der Behandlungen war beeindruckend: von Abhyanga (der klassischen Ganzkörper-Ölmassage) über Shirodhara (dem berühmten Stirnölguss mit zwei Therapeuten) bis hin zu Nasya (der Nasenreinigung), Pinda Sveda (Massage mit heißen Kräutersäckchen), Kayasekam (Ganzkörper-Ölbehandlung mit zwei Therapeuten), Basti (Darmreinigung mit mediziniertem Öl) und Virechana (dem Abführtag). Am letzten Tag gab es eine wunderschöne Marma-Massage (Druckpunkt-Behandlung) und eine finale Abhyanga zum Abschluss.

Was jede einzelne dieser Behandlungen bedeutet und wie sie wirkt, erzähle ich dir im nächsten Kapitel.

Die Behandlungen – heilende Hände und Kräuteröle aus Indien

Massage in Port Salvi

Wenn ich an die Behandlungen in Port Salvi zurückdenke, dann spüre ich als Erstes die Hände. Liebevolle, erfahrene Hände. Healing Hands – so habe ich es den Therapeutinnen gesagt. Denn auch wenn manche von ihnen nicht viel Englisch sprachen, ihre Hände haben eine Sprache gesprochen, die keine Worte braucht.

Jeden Tag zwei Behandlungen – vormittags und nachmittags. Der Ablauf war dabei immer ähnlich: Im Bademantel zum Wartezimmer, von den Therapeuten abgeholt werden, die Behandlung genießen, danach im Ruhebereich etwa 15 Minuten nachruhen und eine Tasse Detox-Tee trinken.

Und dann das Wichtigste: dem Körper Zeit geben. Nicht sofort duschen, nicht sofort aktiv werden. Die Öle wirken lassen.

Die Kräuteröle – ein Herzstück der Panchakarma Kur

Grundlage aller Behandlungen in Port Salvi sind ayurvedische Kräuteröle, die direkt aus Indien importiert werden. Und das ist keine Massenware: Der Arzt bestimmt nach der Konsultation, welches Öl für welchen Gast verwendet wird – individuell abgestimmt auf dein Dosha-Ungleichgewicht.

Was mich besonders fasziniert hat: Normale Öle oder Cremes dringen in der Regel nur bis zur zweiten oder dritten Hautschicht ein, weil unsere Haut eine natürliche Barriere bildet. Diese speziellen Kräuteröle aus Indien sind jedoch so aufbereitet, dass sie nachweislich bis zur sechsten oder siebten Hautschicht wirken können. Das bedeutet: Sie erreichen Ama – die Schlacken und Stoffwechselrückstände – dort, wo es sich über Monate und Jahre im Gewebe festgesetzt hat. Und lösen es wieder heraus, damit der Körper es ausscheiden kann.

Ghee

Für die innere Reinigung wird in Port Salvi Ghee verwendet – geklärtes Butterfett, das in der hauseigenen Ayurveda-Küche täglich frisch zubereitet wird. Ich bekam morgens zwei Löffel ins Porridge. Ghee dringt tief in die Zellen ein, bindet dort Ama und transportiert es Schritt für Schritt in den Verdauungstrakt.

Wichtig nach jeder Ölbehandlung: Das Öl sollte mindestens 90 Minuten oder sogar bis drei Stunden auf der Haut bleiben und ohne Seife abgeduscht werden, damit es weiter nachwirken kann.

Meine Behandlungen – von Abhyanga bis Marma

Über die zehn Tage habe ich eine beeindruckende Vielfalt an Behandlungen erlebt. Jede einzelne hat etwas anderes in meinem Körper bewirkt.
Hier nehme ich dich mit durch die wichtigsten:

Abhyanga Ölmassage

Abhyanga – die klassische ayurvedische Ganzkörper-Ölmassage. Warmes Kräuteröl wird in langen, fließenden Bewegungen in die Haut einmassiert. Sie stand am Anfang und am Ende meiner Kur – die finale Abhyanga am letzten Tag war wie ein Abschiedsgeschenk an meinen Körper.

Shirodara_Stirnguss

Shirodhara – der berühmte Stirnölguss. Ein gleichmäßiger, warmer Ölstrahl fließt über deine Stirn – hier in Port Salvi wird er von zwei Therapeuten gleichzeitig ausgeführt. Weil zudem der ganze Körper synchron massiert wird.

Was das mit dem Nervensystem macht, ist schwer in Worte zu fassen. Es ist, als würde jemand den Lautstärkeregler im Kopf langsam auf Null drehen.

Danach: Turban auf den Kopf, mindestens drei bis vier Stunden drauf lassen, damit der Kopfbereich nicht auskühlt und der Prozess weiterwirken kann.

 

Ein wichtiger Hinweis: Shirodhara gehört in einen ärztlich begleiteten Behandlungsplan – nicht in ein Wellness-Programm eines Hotels oder Spas. Diese Behandlung berührt dein Stirnchakra tief und wirkt intensiv auf deinen Geist. Das ist keine entspannende Zugabe, die du dir mal eben zum Verwöhnen buchst. Ohne ärztliche Konsultation und Einbettung in einen Gesamtplan kann Shirodhara mehr aufwirbeln, als du alleine verarbeiten kannst.

 

Synchron-Massage – ebenfalls mit zwei Therapeuten, die spiegelgleich arbeiten. Beide Körperhälften werden gleichzeitig massiert. Aus ayurvedisch-yogischer Sicht bringt das Ida und Pingala in Harmonie – die beiden großen Nadis (Energiekanäle), die links und rechts entlang der Wirbelsäule verlaufen. Wenn du Pranayama praktizierst, kennst du diese beiden Energieströme vielleicht von der Wechselatmung Nadi Shodhana. Die Synchron-Massage bewirkt auf körperlicher Ebene, was Nadi Shodhana auf energetischer Ebene tut: Sie gleicht beide Seiten aus und harmonisiert den Geist. Eine tiefe Ruhe, die ich so noch nicht erlebt hatte.

Kayasekam – oder auch Pizhichil genannt – und meine absolute Lieblingsbehandlung! Zwei Therapeuten gießen gleichzeitig warmes Kräuteröl über den gesamten Körper und massieren es sanft ein. Du liegst da in diesem warmen Ölstrom und spürst, wie sich jede Anspannung löst. Jede einzelne. Diese Behandlung ist im Ayurveda als „königliche Behandlung“ bekannt – und ich kann bestätigen: So fühlt sie sich auch an. Für mich war Kayasekam der Moment, in dem ich am tiefsten loslassen konnte.

Nasya – die Nasenreinigung und eine der fünf klassischen Panchakarma-Handlungen, die von der Ärztin durchgeführt wurde.
Zuerst eine wunderbare Nackenmassage, dann eine Kopfmassage, anschließend ein Gesichtsdampfbad, damit sich die Atemwege öffnen.
Und dann werden medizinische Öltropfen in die Nase eingeträufelt, die den gesamten Stirn- und Nebenhöhlenbereich reinigen. Für mich als Asthmatikerin eine der wichtigsten Behandlungen überhaupt – denn Nasya befreit die Atemwege und klärt den Kopf.

Jutta mit Turban nach Nasya

Nach der Nasya-Behandlung: wieder Turban, mindestens drei Stunden, und hinlegen.

Auch Nasya gehört ausschließlich in die Hände eines erfahrenen Ayurveda-Arztes. Bitte nie eigenständig in einem Spa buchen.

Pinda Sveda Kräuterstempel Massage

Pinda Sveda – Massage mit heißen Kräutersäckchen, die in warmes Öl getaucht und dann über den Körper gerollt und gedrückt werden. Die Wärme dringt tief ein und löst Verspannungen, die sich im Gewebe angesammelt haben.

Udvarthanam – eine Trockenmassage mit Kräuterpulver, die Kapha reduziert und den Stoffwechsel anregt. Ganz anders als die Ölmassagen – kräftiger, aktivierender, ein richtiger Wachmacher für den Körper. Diese Behandlung ist die Erstbehandlung, bevor mit Abhyanga begonnen wird.

Kansa + Rasul – Kopf- und Nacken-Massage wird kombiniert mit Rasul, einer arabischen mineralischen Schlammbehandlung in einem Dampfbad. Tiefenentspannung auf einer ganz anderen Ebene – so wunderbar weiche Haut hast du danach. Buche es dir unbedingt mal in einem Spa.

Basti – die Darmreinigung mit Heilkräuteröl. Eine der fünf klassischen Panchakarma-Handlungen. Klingt erstmal gewöhnungsbedürftig, ist aber ein entscheidender Teil der Kur, weil der Darm im Ayurveda als Sitz von Vata gilt und eine Reinigung hier das gesamte Nervensystem beruhigt. Wie bei Shirodhara und Nasya gilt auch hier: Basti gehört in einen ärztlich verordneten Behandlungsplan. Diese drei Behandlungen sind keine Wellness-Anwendungen – sie sind medizinische Handlungen, die nur im Rahmen einer professionell begleiteten Panchakarma Kur durchgeführt werden sollten.

Virechana – der Abführtag. Auch das ist eine der fünf Panchakarma-Handlungen. An diesem Tag arbeitet der Körper intensiv daran, das gelöste Ama auszuscheiden.

Reissuppe und Rizinusöl-Mischung

Dafür bekommt man ein auf den eigenen Typ abgestimmtes Abführmittel – bei mir war das ein spezielles Rizinusöl.

Am Abend gibt es nur eine leichte ayurvedische Reissuppe.

Über Nacht kann die Ausleitung beginnen (bei mir war das gegen 4:00 Uhr 😉 ) und Frühstück gibt es erst, wenn der Verdauungstrakt entleert ist. Kein easy-peasy Tag, aber ein entscheidender.
Marma-Massage

Marma-Massage – am vorletzten Tag. Marma-Punkte sind die vitalen Energiepunkte im Ayurveda, vergleichbar mit Akupunkturpunkten im TCM.
Diese Behandlung wird mit wenig Öl – wie bei einer typischen Rückenmassage – durchgeführt und war ein wunderschöner, kraftvoll-sanfter Abschluss meiner Kur.

Wenn du mehr über die einzelnen Phasen der Panchakarma Kur erfahren möchtest – Vorbereitungsphase, Ausleitungsphase und Aufbauphase – dann schau gerne in meinen ausführlichen Grundlagen-Artikel
Warum machen wir im Ayurveda eine Panchakarma Kur?“.

Die ayurvedische Ernährung – warum das Dessert zuerst kommt

Quark aus Kokosmilch mit Früchten

Eine gute Nachricht gleich vorweg für alle süßen Zeitgenossen: Im Ayurveda kommt das Dessert vor dem Hauptgang. Ja, du hast richtig gelesen. Und nein, das ist kein Trick – dahinter steckt ein kluges Prinzip.

 

Hier: Quark aus Kokosmilch mit Früchten

Süßspeisen gelten im Ayurveda als energetisch schwer und kühlend. Zu Beginn der Mahlzeit ist dein Verdauungsfeuer Agni am stärksten und kann diese Substanzen am besten verwerten. Wenn du das Dessert hingegen am Ende isst – wie wir es gewohnt sind – ist der Magen bereits voll und Agni schon erschöpft. Das Süße wird dann nicht mehr richtig verdaut und bildet Ama. Klingt logisch, oder?

In Port Salvi habe ich das jeden Tag erlebt: Der Teller mit dem Dessert kam zuerst. Und der schöne Nebeneffekt? Du greifst nach dem Hauptgang nicht mehr aus Gewohnheit zum Nachtisch, obwohl du eigentlich schon satt bist. Dein Körper ist zufrieden und dein Agni nicht überfordert.

Mediterrane Ayurveda-Küche – nicht indisch, sondern köstlich regional

Viele Menschen glauben, ayurvedische Ernährung sei eine rein indische, vegetarische Diät. So ist es aber nicht. Denn ein wichtiger Grundsatz im Ayurveda ist, dass Art und Zubereitung der Speisen an die Essgewohnheiten des Kulturkreises, an das Klima und die Jahreszeit angepasst sein sollen. Oder einfach gesagt: Iss regional und saisonal. Also all das, was aktuell in deiner Lebensumgebung gerade reift und Saison hat – und nicht über tausende Kilometer aus tropischen Regionen importiert werden muss, wie zum Beispiel Flug-Mangos.

In Port Salvi bedeutet das: mediterrane Ayurveda-Küche. Frische, regionale Zutaten, zubereitet nach ayurvedischen Prinzipien. Leichte Verdaulichkeit, Stärkung von Agni und Vermeidung von Ama stehen im Vordergrund. Und das Ergebnis? Köstlich. Wirklich köstlich.

Drei Mahlzeiten am Tag, zwischen denen idealerweise vier bis fünf Stunden liegen, damit der Körper jede Mahlzeit vollständig verdauen kann und kein neues Ama entsteht.

Porridge mit Pitta-Tee

Frühstück (8:00–9:30 Uhr) – leicht und warm. Mein tägliches Highlight: das Porridge. Reismilch aufkochen, glutenfreie Haferflocken darin etwa zehn Minuten köcheln lassen, dazu Ceylon-Zimt, zwei Löffel Ghee und gedünstetes Obst, garniert mit Mandeln und Leinsamen. Wunderbar sämig, bekömmlich und so gut, dass ich es zu Hause weiter mache.

Mittagessen (13:00–14:00 Uhr) – die Hauptmahlzeit, wenn Agni am stärksten ist.

Auf dem Speiseplan standen auch ab und zu rohe Früchte und Salat und zweimal pro Woche frischer Seefisch – wie hier Seeteufel mit Kartoffeln und einer köstlichen Soße.

Ich habe allerdings schnell gemerkt, dass mir rohes Obst nicht bekam – ich bekam davon Blähungen und habe es dann weggelassen. Rohe Salate hatte mir der Arzt ohnehin komplett gestrichen.

Das zeigt, wie individuell eine Panchakarma Kur ist: Was für den einen passt, kann für den anderen kontraproduktiv sein. Hör auf deinen Körper – er sagt dir ziemlich deutlich, was er gerade brauchen kann und was nicht.

Immer wundervoll gewürzt – denn Gewürze spielen in der ayurvedischen Ernährung eine zentrale Rolle: Sie regen die Verdauung an, machen die Speisen bekömmlich und helfen, die Doshas zu regulieren.

Chicorée aus dem Backofen mit grünem Chutney

Abendessen (19:00–20:00 Uhr) – besonders leicht und immer gut gekocht. Keine rohen Salate, kein Käse. Zuerst eine Suppe, dann ein kleines Dessert und danach Gemüse.

 

Hier: Chicorée aus dem Backofen mit grünem Chutney

Ein weiteres Prinzip, das mich beeindruckt hat: die sechs Geschmacksrichtungen – im Ayurveda Rasas genannt.
Süß, sauer, salzig, scharf, bitter und zusammenziehend (herb).
Die Köche in Port Salvi haben ihre ganze Kreativität eingesetzt, um in den Hauptmahlzeiten möglichst alle sechs Rasas unterzubringen. Diese Ausgewogenheit wirkt harmonisierend auf Körper und Geist – die Ernährung wird so selbst zur Therapie.

Und das Schöne daran: Du kannst das zu Hause ganz einfach umsetzen, indem du deine Mahlzeiten kräftig und bewusst würzt. Ein bisschen Kardamon hier, etwas Kreuzkümmel dort, frischer Ingwer, ein Spritzer Zitrone, eine Prise Bockshornklee oder Fenchelsamen – und schon hast du dein ganz normales Mittagessen „ayurvedisiert“. So unterstützt und stärkst du dein Verdauungssystem Tag für Tag, ohne dass du dafür dein ganzes Leben umkrempeln musst. Weniger ist mehr – kleine Schritte, die Großes bewirken.

Mein Tipp: Bereite dir eine Würzmischung vor, die auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist – zum Beispiel eine immunstärkende Gewürzmischung, die du einfach mit deinem Essen mitkochst. So wird Ayurveda alltagstauglich, ohne dass du bei jeder Mahlzeit fünf verschiedene Gewürzdosen aufschrauben musst.

Noch ein paar Eindrücke in die köstliche mediterran-ayurvedischen Küche

Menüplan
Jeden Tag warteten wir ungeduldig auf den Menüplan. Die Küche hat sich täglich Neues einfallen lassen - und uns Gästen damit gezeigt, dass ayurvedische Küche weder indisch noch langweilig sein muss.

Thermoskanne und Kräutertees – stille Helfer der Reinigung

Teekanne

Zu jeder Mahlzeit stand auf meinem Tisch im Restaurant eine Thermoskanne mit einem heißen Aufguss – individuell auf meine Verordnung abgestimmt. Für mich morgens Pitta-Tee, tagsüber Ingwer- oder Koriander-Tee.

Abends gab es einen speziellen beruhigenden Tee – perfekt, um den Körper nach einem intensiven Kur-Tag in den Schlaf zu begleiten.

Wasserkocher

Im Zimmer hatte ich einen Wasserkocher und habe mir abends Wasser aufgekocht und in eine eigene Thermoskanne gefüllt.
Damit ich morgens als Erstes mein warmes Wasser in angenehmer Temperatur trinken konnte.

Warmes Wasser am Morgen – das klingt unspektakulär, ist aber im Ayurveda ein mächtiges Werkzeug: Es entfacht Agni, spült Ama und bringt die Verdauung in Gang. Und nach zehn Tagen in Port Salvi kann ich sagen: Es macht einen spürbaren Unterschied.

Und noch etwas, was dazugehört:

  • kein Kaffee
  • Kein Alkohol
  • Keine Snacks
  • Langsam essen
  • gründlich kauen
  • während des Essens wenig sprechen – um die Luftaufnahme zu reduzieren und die Verdauung zu unterstützen.

Klingt nach vielen Regeln? Stimmt. Aber nach ein paar Tagen fühlt es sich nicht mehr nach Verzicht an, sondern nach Klarheit.

Walking am Mittelmeer – eine Stunde täglich, vom Arzt verordnet

Bewegung ist während einer Panchakarma Kur kein optionales Extra – sie ist Teil der Therapie und gehört als eine Säule zum Ayurveda. Der Arzt hat mir täglich 60 Minuten Walking verordnet. Nicht joggen, nicht wandern, nicht powern. Einfach gehen. Sanft, bewusst, in deinem Tempo. Denn nach den Behandlungen braucht der Körper einerseits Ruhe, andererseits aber auch Bewegung, um den Stoffwechsel in Gang zu halten und den Abtransport der gelösten Giftstoffe zu unterstützen.

Zauberhafte Bucht

Rund um das Ayurveda Resort gibt es einen kleinen Küstenweg, der unwirklich schöne Aussichten bereit hält – „Belohnung“ beim Walken.

Yogaraum am Morgen mit Buddha

Yoga mit Pranayama ergänzte die Bewegung: Dreimal pro Woche morgens ärztlich geleitet, an den anderen Tagen durch das Therapeutenteam. Die Kombination aus sanfter Bewegung und bewusster Atmung unterstützt das Ausscheiden von Toxinen und hält die Energie im Körper im Fluss.

Der Arzt hat mir zwischendurch nochmal gesagt, wie wichtig Pranayama ist, um die Energie im Körper richtig zu lenken. Das hat mich in meiner eigenen Arbeit bestätigt – und mir wieder gezeigt, warum ich Pranayama meinen Klientinnen so ans Herz lege.

An den Klippen entlang nach Sant Feliu de Guíxols

Meine tägliche Walking-Runde führte mich mehrfach an den Klippen entlang, hoch zur Kapelle Sant Elm.

Die andere tägliche Route ging hinunter nach Sant Feliu de Guíxols. Ein kleiner, eher verschlafener Ort (zumindest im März), wenig touristisch. Ein Stadtstrand, kleine Lädchen, Obst- und Gemüsegeschäfte, Cafés.

Und ja – die Cafés und Bäckereien haben geduftet. Verführerisch. Aber ich habe widerstanden. Ein Kaffee oder eine Süßigkeit unterwegs wäre kontraproduktiv gewesen, mitten in der Kur. Also bin ich daran vorbeigegangen, habe geschmunzelt und mir gedacht: Nach der Nachkur …

Der Weg an den Klippen war jeden Tag anders. Mal strahlender Sonnenschein mit peitschendem Wind, mal ruhiger. Immer die salzige Luft, immer das Rauschen des Meeres. Für meine Atemwege war dieser tägliche Spaziergang an der frischen Meeresluft mindestens so wertvoll wie die Behandlungen selbst. Die Nase frei, die Bronchien weit, der Kopf klar.

Begegnungen, die bleiben

Auch wenn ich alleine in Port Salvi war, war ich nie einsam. Beim Essen saß man, wenn man wollte, zusammen, hat sich ausgetauscht, voneinander erfahren, wie es einem gerade geht, was ansteht. Das waren keine oberflächlichen Gespräche – wenn du mitten in einer Panchakarma Kur steckst, bist du offen und verletzlich auf eine ganz besondere Art.

Heidi+Jutta im Restaurant

Die Begegnung, die mich am meisten berührt hat, war die mit einer bezaubernden 82-jährigen Dänin. Eine Frau voller Energie und Lebensfreude, die seit vielen Jahren regelmäßig Ayurveda praktiziert.
Wir haben die letzten Tage viel zusammen gesessen und sind zusammen spazieren gegangen.

Ich habe so viel von ihr gelernt. Sie war für mich ein lebendiges Beispiel dafür, wie sinnvoll und wichtig es ist, auf den Körper zu hören, ihm das zu geben, was er braucht – und ihm immer wieder eine Auszeit zu gönnen.
Ein Reset, wie eben eine Panchakarma Kur.
Mit 82. Voller Energie.
Wenn das kein Argument ist!

Vorbereitungsphase – die Panchakarma Kur beginnt nicht erst in Port Salvi

Was viele nicht wissen: Eine Panchakarma Kur hat drei PhasenVorbereitungsphase, Ausleitungsphase und Aufbauphase.
Idealerweise findet die Vorbereitung und Aufbauphase in der Ayurveda-Einrichtung statt, wo du ärztlich begleitet wirst. Da ein vier- bis sechswöchiger Aufenthalt für die meisten von uns aber schlicht zu kostspielig und zeitlich kaum machbar ist, bietet es sich an, die Vorbereitungsphase zu Hause zu starten. So habe ich es auch gemacht.

Weil meine Kur nur zehn Tage dauerte – nämlich die reine Ausleitungsphase, war die Empfehlung, bereits zwei Wochen vorher zuhause mit der Vorbereitungsphase zu beginnen.
Das bedeutet: kein Kaffee mehr, kein Alkohol, Zucker reduzieren, keine Snacks zwischen den Mahlzeiten. Stattdessen drei bewusste Mahlzeiten am Tag, damit der Körper zwischen den Mahlzeiten die Zeit hat, alles vollständig zu verdauen. So kommt der Körper bereits gereinigt und vorbereitet in der Kur an – und die Behandlungen können sofort greifen.

Klingt herausfordernd? Ein bisschen. Aber es macht einen echten Unterschied. Dein Körper ist nicht mehr damit beschäftigt, Koffein, Zucker und Alkohol zu verarbeiten, und kann sich voll auf die Reinigung konzentrieren. Und du sparst dir die Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, die in den ersten Kur-Tagen auftreten können, wenn der Entzug erst vor Ort stattfindet.

Meine Aufbauphase zu Hause – zwischen Ayurveda und Ostern

Nach der Kur folgen zwei Wochen Aufbauphase – und die sind mindestens genauso wichtig wie die Ausleitungsphase im Ayurveda Resort. Dein Körper ist nach zehn Tagen intensiver Reinigung sensibel und offen. Der Verdauungstrakt braucht Zeit, sich an den normalen Alltag zu gewöhnen. Jetzt ist nicht der Moment, sich mit einer Pizza und einem Glas Wein zu belohnen.

Die Empfehlungen des Arztes für zu Hause sind klar:
Zweimal pro Woche warmes Sesamöl auf den gesamten Körper auftragen, 30 Minuten einwirken lassen, dann warm duschen oder baden.
Alle zehn Tage einen veganen Tag einlegen – mit Porridge zum Frühstück, gekochtem Gemüse mit Reis mittags und einer Suppe abends, dazu eine Stunde spazieren gehen und viel warmes Wasser trinken.
Abends Goldene Milch, vor jeder Mahlzeit eine Tasse warmes Wasser.
Weiterhin keinen Kaffee auf nüchternen Magen.
Und: langsam essen, gründlich kauen.

Mein Weiterhin-Programm: Triphala morgens und abends, warmes Wasser als Erstes am Morgen, das Porridge mit Reismilch, glutenfreien Haferflocken und Ceylon-Zimt – das habe ich beibehalten und liebe es.

Und dann kam Ostern. Mitten in meine Aufbauphase hinein. Was richtig gut gelaufen ist: Ich habe auf Alkohol verzichtet und alkoholfreien Sekt besorgt – das war kein Problem. Was weniger gut gelaufen ist: die Süßigkeiten. Da merke ich einfach, dass ich dem Süßen verfallen bin. Die Ostereier haben gewonnen. Nicht alle, aber ein paar.

Und weißt du was? Das ist okay.
Das ist das Schöne am Ayurveda: Es gibt keine Perfektion und keine Verbote. Wenn es einen Tag nicht so war, versuchst du am nächsten Tag wieder ein bisschen konsequenter dranzubleiben.

Jeden Tag neu anfangen dürfen – das ist vielleicht die wichtigste Lektion, die ich aus dem Ayurveda mitgenommen habe.

Empfehlungen, die über die Panchakarma Kur hinaus wirken

Dr. Raj hat mir Empfehlungen mitgegeben, die ich langfristig in meinen Alltag integrieren möchte – manche davon mache ich bereits, andere nehme ich mir jetzt bewusster vor:

  • Abends nach 18 Uhr keine rohen Salate und keinen Käse mehr essen.
  • Kurkuma zu den täglichen Mahlzeiten hinzufügen – das mache ich zwar schon, werde es aber noch konsequenter umsetzen.
  • Falls ich nach einer Feier oder einem üppigen Abendessen merke, dass es zu viel war: am nächsten Tag das Frühstück auslassen und bis 13 Uhr nichts essen – nur warmes Wasser trinken.
  • Regelmäßig sanftes Yoga mit Pranayama praktizieren.
  • Täglich eine Stunde spazieren gehen.
  • Und meinen Vitamin-D-Spiegel überprüfen lassen – ich nehme zwar Vitamin D ein, aber der Arzt meinte anhand seiner Pulsdiagnostik, dass mein Spiegel noch zu niedrig sei. Das werde ich beim nächsten Blutbild checken lassen.

Seine Empfehlung war auch, jährlich Panchakarma zu machen. Bisher waren die Abstände allerdings größer. Ich habe mir nun vorgenommen, monatlich etwas zur Seite zu legen, um den jährlichen Rhythmus auch finanziell zu schaffen. Damit möchte ich meinen Körper und Geist optimal gesund erhalten, mein Asthma symptomfrei halten und mein Immunsystem stärken – und meinem Körper die Chance geben, sich von den Belastungen des Alltags immer wieder auszubalancieren.

Wenn du dein Immunsystem auch gezielt unterstützen möchtest, findest du in meinem E-Book IMMUNSTARKE ERNÄHRUNG viele alltagstaugliche Tipps, Hacks und Rezepte, die ich selbst das ganze Jahr über versuche, zu beherzigen. Denn Panchakarma ist der Reset – aber was du danach jeden Tag für dich tust, entscheidet darüber, wie lange die Wirkung anhält.

Und das lerne ich jedes Mal aufs Neue: auf meinen Körper zu hören. Was braucht er gerade? Was tut ihm gut? Was darf losgelassen werden?
Der Körper spricht mit uns – wir dürfen lernen, ihm zuzuhören.

Mein Fazit – was diese 10 Tage mit mir gemacht haben

Ich sitze zu Hause, trinke mein warmes Wasser am Morgen, nehme mein Triphala und denke an Port Salvi…
… an den Wind, der mir ins Gesicht geblasen hat
… an die heilenden Hände der Therapeutinnen

… an den Geruch der Kräuteröle
… an die Stille in meinem Kopf nach dem Shirodhara
… an das Dessert vor dem Hauptgang und mein Schmunzeln dabei

Zehn Tage sind nicht lang. Und doch fühle ich mich, als hätte mein Körper einen kompletten Neustart bekommen. Meine Atemwege sind freier geworden. Mein Schlaf ist tief und erholsam. Die Energie ist zurück – nicht diese aufgekratzte Koffein-Energie, sondern eine ruhige, stabile Kraft von innen. Mein Asthma ist ruhig. Mein Kopf ist klar.

Das ist es, was eine Panchakarma Kur kann: nicht heilen im Sinne eines Versprechens, sondern deinem Körper den Raum geben, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und sich selbst wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Werkzeuge liefert der Ayurveda – die Heilung macht dein Körper selbst.

Was ich dir mitgeben möchte

Wenn du diesen Artikel bis hierhin gelesen hast, dann spürst du vielleicht gerade: Da ist eine Sehnsucht. Nach Ruhe. Nach Ausgleich und Harmonisierung. Nach freiem Atem. Nach einem Körper, der sich wieder leicht anfühlt. Nach einer Auszeit, die mehr ist als ein Urlaub.

Ich kenne diese Sehnsucht. Ich habe sie selbst jahrelang gespürt – als Asthmatikerin, die sich von Infekt zu Infekt geschleppt hat, die nachts mit verstopfter Nase und Enge in der Brust wach lag und sich morgens schon müde fühlte.
Meine erste Panchakarma Kur hat mir 2019 gezeigt: Ich habe alles in mir, um meinen Atem wieder in die Balance zu bringen. Ich brauchte nur die richtigen Werkzeuge und die Chance, mein Potenzial zu wecken.

Heute, sieben Jahre und mehrere Panchakarma Kuren später, lebe ich ohne Asthmamedikamente – mit meinem Atemtraining, das ich im Atemcoaching weitergebe und dem wundervollen Ayurveda mit all seinen Facetten, den du in meinem Programm BREATHING AYURVEDA® für dich entdecken kannst.

Wenn du mit Atemproblemen, Erschöpfung, chronischem Stress oder dem Gefühl lebst, dass etwas nicht stimmt, obwohl alle Arztbefunde „normal“ sind – dann möchte ich dir Mut machen. Du musst das nicht einfach hinnehmen. Es gibt Wege. Und einer davon kann eine Panchakarma Kur sein.

Dein erster Schritt – er muss nicht groß sein

Vielleicht spürst du gerade: Eine Panchakarma Kur – das wäre es.

In der Ayurveda Rezeption

Und wenn du so weit bist, kann ich dir das Ayurveda Resort Port Salvi von Herzen empfehlen.
Dieser Ort, die Therapeuten, die Ärzte, das Meer, das Verwöhntwerden – es ist ein besonderer Platz, der die Reinigung auf allen Ebenen unterstützt.

Und wenn eine Kur gerade noch nicht dran ist – finanziell, zeitlich oder weil du erst mal herausfinden möchtest, ob Ayurveda und bewusstes Atmen etwas für dich sind – dann fang klein an.

Zitronenwasser warmes Wasser

Trink morgens ein Glas warmes Wasser.

Würze dein Essen bewusster.

Atemübung Jutta

Beobachte deinen Atem – atmest du gerade durch die Nase?
Ruhig und leise?
Oder flach und durch den Mund?
Schon diese kleinen Beobachtungen können dein idealer Anfang sein.

Und wenn du Unterstützung dabei möchtest, bin ich für dich da. In einem kostenlosen 15-Minuten-Kennenlerngespräch können wir gemeinsam schauen, wo du gerade stehst und was dein nächster Schritt sein könnte.

Denn alles ist in dir. Darf ich dich ein Stück begleiten?

Atementspannte Grüße, deine Jutta 🌬️💚

 

PS: Ich freue mich riesig über deinen Kommentar, deine Fragen, Erkenntnisse oder Anmerkungen hier unter dem Blog.

Jutta happy nach Yoga

𝘋𝘪𝘦𝘴𝘦𝘳 𝘈𝘳𝘵𝘪𝘬𝘦𝘭 𝘶𝘯𝘥 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘱𝘦𝘳𝘴𝘰̈𝘯𝘭𝘪𝘤𝘩𝘦 𝘌𝘮𝘱𝘧𝘦𝘩𝘭𝘶𝘯𝘨 𝘦𝘳𝘴𝘦𝘵𝘻𝘦𝘯 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘥𝘦𝘯 𝘉𝘦𝘴𝘶𝘤𝘩 𝘣𝘦𝘪 𝘥𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘈̈𝘳𝘻𝘵𝘪𝘯 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘏𝘦𝘪𝘭𝘱𝘳𝘢𝘬𝘵𝘪𝘬𝘦𝘳𝘪𝘯. 𝘔𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘈𝘯𝘨𝘦𝘣𝘰𝘵𝘦 𝘦𝘳𝘴𝘦𝘵𝘻𝘦𝘯 𝘬𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘦𝘯𝘵𝘴𝘱𝘳𝘦𝘤𝘩𝘦𝘯𝘥𝘦 𝘜𝘯𝘵𝘦𝘳𝘴𝘶𝘤𝘩𝘶𝘯𝘨 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘛𝘩𝘦𝘳𝘢𝘱𝘪𝘦, 𝘪𝘤𝘩 𝘥𝘢𝘳𝘧 𝘬𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘮𝘦𝘥𝘪𝘻𝘪𝘯𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘙𝘢𝘵 𝘦𝘳𝘵𝘦𝘪𝘭𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘨𝘦𝘣𝘦 𝘢𝘶𝘤𝘩 𝘬𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘏𝘦𝘪𝘭𝘷𝘦𝘳𝘴𝘱𝘳𝘦𝘤𝘩𝘦𝘯. 𝘒𝘭𝘢̈𝘳𝘦 𝘣𝘪𝘵𝘵𝘦 𝘥𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘨𝘦𝘴𝘶𝘯𝘥𝘩𝘦𝘪𝘵𝘭𝘪𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘍𝘳𝘢𝘨𝘦𝘯 𝘷𝘰𝘳𝘢𝘣 𝘮𝘪𝘵 𝘥𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘈̈𝘳𝘻𝘵𝘪𝘯 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘏𝘦𝘪𝘭𝘱𝘳𝘢𝘬𝘵𝘪𝘬𝘦𝘳𝘪𝘯.

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